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19.08.10 "Nur" ein Käfer!
Geschrieben von: Kristine Schmieding   

In der Diskussion um die Landebahnerweiterung und das Auffinden des von der EU-FFH-Richtlinie hoch geschützten Käfers "Eremit" hört man gelegentlich, was denn das ganze Theater um einen solchen Käfer soll. Ob es nichts Wichtigeres gäbe, als so einem Käfer nachzuspüren oder gar nachzujammern. Und was gehe es überhaupt die EU an, was hier in Braunschweig mit Käfern passiere.

Zugegeben, auf den ersten Blick habe wir ernsthaftere Probleme als Käfervorkommen. Aber nur auf den ersten Blick. Der zweite Blick weist darauf hin, dass es an Bildung mangelt und an der Bereitschaft, diesem Mangel abzuhelfen.

Ökologie ist eine moderne Wissenschaft, die den Wandel der Natur lehrt, und damit auch der Lebewesen. Die wissenschaftliche Ökologie ist wertneutral; sie bewertet nicht in gut oder schlecht, in nachhaltig oder kurzfristig. Wird ein Lebensraum zerstört, entsteht ein neuer. Alles ist dem Wandel unterworfen – immer –. Die Zeit spielt in der wissenschaftlichen Ökologie eine bedeutende Rolle.

Die wissenschaftliche Ökologie als Teildisziplin der Biologie wertet also nicht, sondern sie beschreibt, bestimmt, zählt und stellt Zusammenhänge her. Sie beschreibt einen Lebensraum, bestimmt deren Pflanzen, Tiere und sonstige Organismen, zählt die vorkommenden Individuen und stellt die Zusammenhänge zwischen den Lebewesen und der unbelebten Mitwelt (z. B. Gesteine, Klima) her.

Die komplizierten Wechselbeziehungen innerhalb der belebten und unbelebten Mitwelt werden u. a. methodisch erforscht durch Vereinfachungen oder durch Modelle. Es werden zunächst einfachere Beziehungen hergestellt (warum lebt es dort?), die mit zunehmendem Erkenntnisgewinn ausgedehnt werden. Die grundsätzliche Fragestellung lautet: wer lebt von wem unter welchen Bedingungen und warum lebt es dort und nicht woanders und wie könnte es sich weiter entwickeln unter welchen Bedingungen?

Ein Ergebnis ökologischer Forschung unter vielen war, dass manche Lebewesen nur unter sehr eng begrenzten Bedingungen überleben. Zum Beispiel der Totholz bewohnende Käfer „Eremit“. Er überlebt nur in ausgehöhlten (daher alten) Bäumen mit viel holzorganischen Abbaustoffen (Mulm) in ihren Höhlen. Diese Bäume gibt es immer seltener, weil ausgehöhlte Bäume oder Totholz entfernt werden. Sie werden entfernt, weil der Mensch bewertend eingreift und diesen Lebensraum als minderwertig oder nicht erforderlich, also verzichtbar, bewertet. Der nicht wertenden Ökologie fügt der Mensch also die wertende Komponente hinzu.

Der Mensch ist Bestandteil der Lebensräume – eine zu selten beachtete Binsenweisheit. Auch er ist wie alle Lebewesen auf seinen Lebensraum angewiesen. Im Gegensatz zum Eremiten, kann er sich jedoch den diversen unterschiedlichen Lebensräumen anpassen. Zur Not auch mit Klimaanlagen. Der Mensch ist also überlebensfähiger, weil anpassungsfähiger! Weil er gerade einmal drei Generationen überblicken kann und sich in diesen Generationen auch gut anpassen konnte, geht er aufgrund seiner Erfahrung davon aus, dass alles so weiter geht. Allenfalls bedarf es einiger Korrekturen (z. B. technischer Umweltschutz wie Kläranlagen, Rauchgasentschwefelung oder Elektroautos) damit die Menschheit überlebt. Aus wissenschaftlich ökologischer Sicht ist es völlig gleichgültig, ob die Menschheit überlebt. Ökologische Beziehungsgefüge wird es auch geben, wenn es den Menschen nicht mehr gibt. Nur andere – keine besseren und keine schlechteren, denn Ökologie bewertet nicht.

Die Staaten der Europäischen Union haben diese Zusammenhänge auf der Grundlage ökologischer Forschungen in den 80er Jahren erkannt und versuchen gegen zu steuern. Wichtige Dokumente sind dabei die "Richtlinie zur Erhaltung natürlicher Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen" oder auch das deutsche "Gesetz zur Umweltverträglichkeitsprüfung". Mit diesen Normen wird ökologisch wissenschaftliche Erkenntnis, die zunächst wertneutral ist, in einen Bewertungsprozess überführt. Die EU-Richtlinie geht richtig davon aus, dass es Lebensräume zu schützen gilt, und diese zusätzlich noch europaweit zu vernetzen sind, um einen arterhaltenden genetischen Austausch der Lebewesen zu ermöglichen.

Und damit kommt der "Eremit" in das Spiel. Er ist ein "Indikator". Das heißt, er zeigt an, dass ein seltener Lebensraum vorhanden ist, den es zu schützen gilt. Denn der Lebensraum des Eremiten ist auch ein Teil des Menschen-Lebensraums. Wenn der Eremit stirbt, stirbt ein Teil von uns.

Zum Konflikt um den Eremiten siehe auch einen aktuellen Bericht der TAZ.